Verzögerungen gehören auch dazu

Die letzten Wochen war es hier im Blog sehr ruhig – das lag daran, dass ich so gut wie gar nicht am Manuskript gearbeitet habe. Anfang Dezember 2008 haben Kollegen und ich sehr kurzfristig den Auftrag für eine Expertise bekommen, die Anfang der Woche fällig war, sodass ich neben dem übrigen Alltagsgeschäft ziemlich eingespannt war. Thematisch gab es keine sonderlich großen Überschneidungen mit dem Buch, was aber den Vorteil hat, dass ich jetzt richtig Lust darauf habe, endlich voran zu kommen und die Papierstapel nieder zu arbeiten, die sich neben mir in den Regalen türmen. Dummerweise sind die kommenden anderthalb Wochen auch nochmal relativ zerstückelt, aber in der zweiten Februarhälfte sieht es dann etwas ruhiger aus.

Eine Konsequenz dieser Umstände: Mit dem anvisierten Abgabetermin des Manuskripts an den Verlag (Ende Februar) wird es nichts; da Ende März ein weiteres größeres Institutsprojekt („Jugendliche und Web 2.0„) abgeschlossen sein muss, wird es vermutlich Ende April werden. Allerdings planen wir, die Abschlusspublikation des Projekts in gewisser Weise komplementär zu meiner Monographie zu halten (z.B. um die allgemeinen Grundlagen und Befunde zum Web 2.0 nicht doppelt aufzuschreiben). Ich habe also einen starken Anreiz, dann auch wirklich rasch fertig zu werden….

Informationsmanagement in Wikis und Bookmark-Systemen

Vergangene Woche habe ich beim Workshop „Im Netz der Dienstleistungen“ einen Vortrag über „Enzyklopädien des 21. Jahrhunderts“ gehalten, in dem ich Wikipedia und Verschlagwortungssystemen als innovative Formen beschrieben habe, im Internet Wissen zu sammeln und zu organisieren. Die einschlägige Literatur zu Tagging-Systemen hatte ich mit meiner studentischen Mitarbeiterin Julia Gutjahr schon für die Expertise „Themenscan im Internet“ aufgearbeitet; für den Vortrag konnte ich jetzt auch einiges an Literatur zur Wikipedia nochmal sichten, um es dann auch für das Buch zu verwenden.

Dies umfasst zum einen grundlegende Informationen zur Entstehung und zum Gebrauch der Wikipedia, vor allem aber drei Varianten, wie die Dynamik der kollaborativen Erstellung einer Online-Enzyklopädie untersucht wird:

Gibt es noch Varianten, die ich nicht berücksichtigt habe?

Routinen, Gewohnheiten und *-management

Bei der Arbeit am Kapitel zu den praxistheoretischen Grundlagen für meine Analysen bin ich auf einen Punkt gestoßen, der mir im Moment noch etwas zu schaffen macht, weil er sich letzlich auch auf meine Unterscheidung der Handlungskomponenten des Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagements auswirkt.

Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass Praktiken repetitive Handlungsmuster darstellen; diese Handlungsmuster können aber unterschiedlich ‚fundiert‘ sein: Einerseits kann es sich um Wiederholungen von Handlungen handeln, denen zumindest zu Beginn bestimmte bewusste Reflexionen zugrundelagen; die Routinisierung dient dann gerade dazu, diese Reflexion nicht wieder und wieder vornehmen zu müssen, wirkt also entlastend und komplexitätsreduzierend. Andererseits kann es sich um Wiederholungen von Handlungen handeln, die nie wirklich reflektiert wurden, sondern eher einem von vorneherein unbewusst ausgeübten Tun entsprechen (bei Bourdieu wären das ‚Ergebnisse‘ des Habitus).

In diesem Zusammenhang finde ich den Gedanken von Bongaerts1 hilfreich, der zwischen Routinen und Gewohnheiten unterscheidet:

„Es lässt sich leicht festhalten, dass ‚Routine‘ offenkundig ein ursprünglich bewusst trainiertes Handeln bezeichnet, während ‚Gewohnheiten‘ ihrem Bedeutungsgehalt nach auch und gerade auf der Aneignung von Verhaltensweisen beruhen, die nicht das Bewusstsein im Sinne eines Entwurfs, Ziels oder Plans durchlaufen haben müssen, die also auch nicht die Form propositionalen Wissens annehmen müssen.“ (S. 256).

Ich habe bisher zur Kennzeichnung von Praktiken, insbesondere ihres regelhaften Charakters immer gerne den Begriff der Routine in Kombination mit Erwartungen kommunikativer Gegenüber (ob nun in Form personalisierter oder generalisierter Anderer) gebraucht. Im Begriff des (Identitäts-, Beziehungs-, Informations-)Managements klingt ja auch an, dass hier bestimmte ‚Techniken‘ angewandt werden – zwar nicht unbedingt im Sinn des immer-rational-Geplanten2 aber zumindest im Sinne des bewussten Gestaltens: Networking auf XING, das Ausfüllen eines Profils auf wer-kennt-wen, die Produktion eines Videos für YouTube, das Einfügen von [via]-Links in einem Blogeintrag wären solche Beispiele.

Was ich mich nun frage: Kann man im Id.-, Bez.- und Inf.-Management der vernetzten Öffentlichkeiten des neuen Netzes neben Routinen auch Gewohnheiten entdecken, im oben genannten Sinn von vor- oder unbewussten Verhaltensweisen? Was könnten hierfür Beispiele sein?

  1. Bongaerts, Gregor (2007): Soziale Praxis und Verhalten – Überlegungen zum Practice Turn in Social Theory. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 36, Nr. 4, 2007. S. 246-260. []
  2. Das ist angesichts von Handlungsketten und Folgewirkungen, die für Einzelnen rasch unüberschaubar werden, auch eine illusorische Annahme. []

Arbeit wieder aufgenommen…

Der Oktober war so dermaßen vollgepackt mit Vorträgen und Tagungen – genauer gesagt: sieben Vorträge in dreieinhalb Wochen -, dass ich nicht wirklich dazu gekommen bin, am Buch weiter zu schreiben. Aber ich habe eine ganze Reihe von Anregungen und Ideen gesammelt, die teilweise als Stichworte bereits in meinem Manuskript stehen1, teilweise noch in einem Notizbuch auf das Übertragen warten. Darunter sind, neben den bereits gebloggten Überlegungen zu Netzwerkplattformen, beispielsweise Gedanken zum produsage-Konzept von Axel Bruns oder zu den politischen und ökonomischen Auswirkungen der neuen vernetzten Öffentlichkeiten; überhaupt die (naheliegende) Überlegung, den Begriff der „vernetzten Öffentlichkeit“ als Oberbegriff für die verschiedenen Teilöffentlichkeiten zu verwenden, in denen journalistische, organisatorische und nutzerproduzierte Inhalte aufeinander Bezug nehmen und zusammenfließen.

Nach einigen Tagen der Erholung, des geistigen Sammelns und Abarbeitens verschiedener anderer Dinge bin ich heute dazu übergegangen, einen ersten Stapel der „gestapelten Erkenntnis“ durchzugehen; er liefert Material für das dritte Kapitel, in dem ich den praxistheoretischen Analyserahmen skizziere. Dieses Kapitel wird deswegen interessant, weil ich einige der Zusammenhänge schon im Weblog-Buch entwickelt habe, sie aber zum einen um weitere Gedanken aus der sozialwissenschaftlichen Praxistheorie, zum anderen um eine systematische Diskussion der drei Handlungskomponenten Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement ergänzen möchte. Die tauchen im Weblog-Buch zwar schon auf, aber eben noch nicht sonderlich ausführlich. Und schließlich merke ich, dass insbesondere zur Rolle von Software-Code noch einiges zu schreiben ist…

  1. Was u.a. dazu führt, dass das Manuskript im Moment eine eigentümliche Mischung aus Textteilen und Erinnerungen für mich selbst darstellt… []

Beziehungsmanagement: Dating- vs. Networking

Vor, während und nach der AdHoc-Gruppe „Online-Dating“ beim DGS-Kongress habe ich darüber nachgedacht, wie man die unterschiedlichen Varianten von Netzwerkplattformen systematisieren könnte. Aus dem Bauch heraus habe ich anfangs Dating-Plattformen als Sonderfall von Netzwerkplattformen aufgefasst, schließlich legen Mitglieder dort auch Profile an und kommunizieren mit anderen Nutzern. In beiden Fällen besteht eine Herausforderung des Identitätsmanagements darin, Aspekte der eigenen Person zu verschriftlichen bzw. in das Profil einzugeben. Dies geschieht zudem in beiden Fällen vor dem Hintergrund der Leiterwartung „Authentizität“, d.h. Fakes gelten in aller Regel als abweichendes Verhalten – auch wenn es knifflig im Hinblick auf die Frage wird, wo das Idealisieren der eigenen Person auffhört und wo das Faken anfängt1.

Die Unterschiede beginnen jedoch bereits bei den Nutzungsmotiven, die individuell vorliegen und sich kollektiv zu Adäquanzregeln verdichten („wozu ist eine bestimmte Plattform besonders gut geeignet?“): Bei Netzwerkplattformen steht die Beziehungspflege im Vordergrund; das dominierende Motiv ist, den Kontakt zu Freunden und Bekannten zu halten bzw. alte Bekannte wieder zu finden. Das schließt nicht aus, dass Menschen über studiVZ oder Facebook neue Kontakte knüpfen, doch es ist nicht das dominierende Nutzungsmotiv bzw. nicht die leitende Erwartung.2. Beim Online-Dating ist es dagegen das erklärte Ziel, neue Menschen kennen zu lernen – das Kennen (lernen) ausserhalb des Internets ist hier nicht Voraussetzung, sondern Folge des Beziehungsmanagements.

Um diese unterschiedlichen Ziele zu unterstützen, ist auch der Software-Code unterschiedlich gestaltet: Unterschiede äußern sich einerseits in den Feinheiten der notwendigen Profilinformationen – vor allem aber in der Art, wie mit den geknüpften sozialen Beziehungen umgegangen wird. Für Netzwerkplattformen ist es konstitutiv3, dass die eigenen Kontakte sichtbar und navigierbar gemacht werden. Besucher meines Profils können also sehen, welche anderen Nutzer ich zu meinen Freunden/Kontakten zähle, und können deren Profilseiten anklicken. Zwar bieten Facebook oder XING die Option, die Anzeige der Freundesliste zu unterdrücken; dennoch scheint man von einem „normalen“ Profil zu erwarten, dass man das jeweilige Netzwerk sehen kann.

Für Nutzer von Dating-Plattformen wären solche Funktionen dagegen hochgradig problematisch und konfliktträchtig – Nutzer mit vielen bestätigten „Kontakten“ (potenzielle oder realisierte Dates) gerieten vermutlich rasch in den Ruf, promisk, verzweifelt oder beides zu sein; ähnliches gilt wohl, wenn erkennbar würde, dass man parallel mehrere Interaktionen pflegt. Das Beziehungsgeflecht wird deswegen für den Profilbesucher auf einer Dating-Plattform nicht sichtbar gemacht; wahrnehmbar ist einzig die kommunikative Dyade, und diese auch nur für die beteiligten Personen.

Man könnte nun entsprechende Plattformen entlang der zwei Merkmale „Vorherrschendes Nutzungsmotiv“ und „Sichtbarkeit von Ego-Netzwerken“ unterscheiden; durch einfache Kreuztabellierung komme ich auf folgende Varianten:

Der Unterscheidung von boyd/Ellison folgend wären Netzwerkplattformen dann „social network sites“, Kontaktplattformen wären „social networking sites“. Aber was könnte man als Oberbegriff für diese Anwendungen wählen? Online-Communities wird zwar derzeit oft gebraucht, umfasst m.E. aber auch Foren o.ä.. Und für das Feld „Pflege bestehender Beziehungen – Netzwerk nicht sichtbar“ fällt mir im Moment kein Beispiel ein. Gibt es da eins?

  1. Ellison/Heino/Gibbs haben sich damit in einem JCMC-Aufsatz auseinander gesetzt. []
  2. boyd/Ellison wählen deswegen auch bewusst die Bezeichnung „social NETWORK site“ und nicht „social networkING site“. []
  3. Bei boyd/Ellison z.B. ist es auch in der Definition angelegt []

Entwicklung des Web 2.0 – in der Wikipedia

[Wie das Leben so spielt: Anfang vergangener Woche gab mein drei Jahre altes Notebook den Geist auf, weswegen ich die vergangenen Tage vor allem damit zubrachte, einen neuen Rechner für meine Arbeitsbedürfnisse anzupassen und die alten Daten zu sichern bzw. zu übertragen. So langsam läuft alles wieder, und ich kann mich anderen Dingen zuwenden.]

In einem der ersten Kapitel des Buches werde ich mich mit dem Begriff „Web 2.0“ und verschiedenen alternativen und/oder komplementären Konzepten wie „Social Software“, „Social Web“ oder „Social Media“ auseinandersetzen. Der Schlüsseltext für Web 2.0 ist ohne Zweifel Tim O’Reillys Essay „What is Web 2.0“ von 2005, der verschiedene Prinzipien und Merkmale des neuen Netzes beschreibt und von älteren Charakteristika und Anwendungen abgrenzt. Beim Zusammentragen von verschiedenen anderen Texten und Definitionen habe ich mir auch mal den deutschsprachigen Wikipedia-Artikel angesehen, insbesondere um zu schauen, wann und wie der erste Entwurf aussah. Hier ein screenshot des allerersten „Stub“, der am 12.10.2005 (etwa zwei Wochen nach Veröffentlichung des O’Reilly-Essays) angelegt wurde; mit einer gewissen Wahrheit heißt es da: „Web 2.0 soll die Zukunft des World Wide Web sein.“

Nur eine halbe Stunde später war der Artikel von einem anderen Nutzer als überarbeitungsbedürftig markiert worden.

Fast drei Jahre und über 1.000 Änderungen später sieht der Artikel so aus:

Ein Netzwerk linearisieren…

Die größte Schwierigkeit beim Schreiben eines Buches ist meines Erachtens, das Geflecht von miteinander verbundenen Gedanken, Texten und Erkenntnissen, die im Kopf und auf Papier existieren, in eine lineare Abfolge zu bringen. In welcher Reihenfolge behandelt man seine Themen, und welche Argumentationsschritte hat der eigene rote Faden, der sich durch das Buch ziehen wird? Wo bringt man Studien, Aufsätze, Argumente unter, die unterschiedliche Kapitel der vorgesehenen Gliederung berühren? Wann sind tatsächlich Querverweise auf vorherige oder nachfolgende Abschnitte sinnvoll, wo wiederholt man sich besser einfach nochmal, um bestimmten Gedanken gerecht zu werden?

Beim Weblog-Buch habe ich gemerkt, dass es für mich eine hilfreiche und praktische „Vorübung“ ist, mein Material erstmal physisch in Stapel zu sortieren, und diese eher größeren Stapel (die z.B. den Grundstock für ein Kapitel oder Unterkapitel sein können) dann beim tatsächlichen Schreiben nochmal durchzugehen, umzuordnen, der Reihe nach abzuarbeiten. Für das erste Gerüst eines längeren Textes reicht dies meist, und in den weiteren Überarbeitungsschritten kann ich dann polieren, Lücken füllen, und andere Feinarbeit machen.

Tja, und dementsprechend sieht es zur Zeit bei mir aus; hier eine Momentaufnahme von vor einigen Tagen, im noch einigermaßen unsortierten Zustand…

Gestapelte Erkenntnis

Gestapelte Erkenntnis (1)

… und hier das gleiche Bild von heute Abend, mit deutlich mehr Stapeln. Der rechts unten in der Ecke muss noch einsortiert werden – das sind größtenteils Arbeiten zu Social Network Sites bzw. Netzwerkplattformen. Und es fehlen noch die zahlreichen Bücher, die im Regal neben mir stehen…

Gestapelte Erkenntnis (2)

Gestapelte Erkenntnis (2)

Zum Buch, und zum Blog zum Buch

Wie es sich für ein Blog gehört, als Einstieg eine kleine persönliche Geschichte.

Schon seit längerer Zeit war mir klar, dass es an der Zeit ist, ein neues Buch in Angriff zu nehmen. Das Weblog-Buch hatte ich Anfang 2006 fertiggestellt; zu der Zeit hatte ich schon mit der Arbeit im DFG-Projekt „Praktiken des onlinegestützten Netzwerkens“ begonnen, in dem ich mich mit Blogs und Netzwerkplattformen beschäftigte. Ich hatte dadurch die Gelegenheit, die rasante Entwicklung rund um Social Software/Web 2.0/Social Web/[insert your chiffre here] zu verfolgen, in einer interessanten Doppelrolle als teilnehmender wissenschaftlicher Beobachter. Dabei sammelte sich langsam, aber sicher seeehr viel Material an – eigene empirische Forschung, vor allem aber einschlägige Literatur -, das ich in Vorträgen und Aufsätzen zwar verarbeiten konnte, das aber auch geradezu danach schrie, in einem zusammenhängenden längeren Text diskutiert zu werden. Anfänglich dachte ich noch an eine Aktualisierung bzw. Neuauflage des Weblog-Buchs, doch bald wurde mir klar, dass der Rahmen dieses Textes mir wohl nicht ausreichen würde; ausserdem fällt es mir unglaublich schwer, einen einmal fertiggestellten bzw. „polierten“ Text wieder auseinander zu nehmen und umzubauen.

Der Wechsel von Bamberg nach Hamburg ans Hans-Bredow-Institut Ende 2007 verschaffte mir einerseits eine ganze Reihe von neuen Aufgaben und Projekten, andererseits aber auch ein Arbeitsumfeld, in dem ich ein neues Buchprojekt in Angriff nehmen kann. Nachdem ich im Frühjahr und Sommer immer mal wieder in meinem Kopf (und in einem Tiddly-Wiki auf meinem Desktop) Notizen und Gliederungsideen hin und her schob, war es im August endlich soweit: Ich fragte Rüdiger Steiner, den zuständigen Lektor beim UVK-Verlag an, ob Interesse an einer erneuten Zusammenarbeit bestünde. Just in Time könnte man sagen, denn dort war man gerade an der Zusammenstellung des Frühjahrsprogramms beschäftigt. Ich stellte ein Expose und den Entwurf einer Gliederung zusammen, der in der Programmkonferenz diskutiert und positiv aufgenommen wurde. Mit der Unterzeichnung eines Verlagsvertrags wurde also offiziell, dass ich in den kommenden Monaten daran arbeiten werde, dass im Frühjahr 2009 ein Buch namens „Das neue Netz“ erscheinen kann.

Interessanterweise ist eine der ersten Amtshandlungen für den Autoren eines noch zu schreibenden Buches, eine Kurzzusammenfassung zu verfassen, die in den Ankündigungen des Verlags benutzt wird. Hier also in aller Kürze, worum es in dem Buch gehen wird (eine etwas ausführlichere Fassung, die aus dem oben erwähnten Expose stammt, findet sich hier):

Das Schlagwort „Web 2.0“ fasst unterschiedliche Anwendungen, Praktiken und Prinzipien der internetbasierten Kommunikation zusammen. Gemeinsam ist ihnen, dass technische Hürden sinken, um Texte, Fotos oder Videos, aber auch persönliche Informationen im Internet zu publizieren und soziale Beziehungen zu anderen Personen zu pflegen oder neu zu knüpfen. Optimistische Stimmen betonen die Potentiale für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, während Skeptiker vor einer Fragmentierung von Öffentlichkeiten und der Preisgabe der Privatsphäre warnen. Das Buch diskutiert den aktuellen Stand der Forschung zu onlinebasiertem Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement mit Hilfe eines praxistheoretischen Analyserahmens, um das tatsächlich Neue am „neuen Netz“ identifizieren zu helfen.

Nun ist das Schreiben eines Buches ja schon eine zeitaufwändige Angelegenheit, warum dann noch ein Weblog, das möglicherweise wertvolle Zeit in Anspruch nimmt? Darauf gibt es mehrere Antworten.

Die erste Antwort ist, dass ich in den vergangenen Jahren am eigenen Leib erfahren konnte, wie das neue Netz im Allgemeinen und Weblogs im Speziellen auch die Arbeit eines Wissenschaftlers verändern. Das „Bamblog“ und, seit Herbst 2007, „Schmidt mit Dete“ boten und bieten mir Möglichkeiten, meine eigenen Gedanken und Ideen mit interessierten Personen zu teilen. Meine Arbeit (und immer mal wieder auch meine Freizeit) ist dadurch ungemein bereichert worden, dass ich meine eigene persönliche Öffentlichkeit besaß. Für ein Buch, das sich unter anderem mit genau diesem Phänomen beschäftigt, ist es also eigentlich ein zwangsläufiger Schritt, in Weblog-Form auch im neuen Netz repräsentiert zu sein.

Die zweite Antwort ist, dass ich im Moment noch gar nicht genau weiß, wohin sich dieses buchbegleitende Blog entwickeln wird. Möglicherweise stelle ich hier einzelne Sachverhalte oder Argumente zur Diskussion, möglicherweise nutze ich es während des Schreibprozesses, um über das Schreiben an sich zu reflektieren (und zu fluchen), möglicherweise nutze ich es aber auch erst nach der Veröffentlichung des Buches, um die Rezeption zu begleiten. Ein wenig wird es sicher auch von der Resonanz abhängen, die ich in den kommenden Wochen hier bekomme: Welche Aspekte von Thema und Schreiben des Buches interessieren SIE denn besonders?

Umstellungen im Blog

Hier wird sich demnächst etwas tun; die Beiträge zum Workshop „Das neue Netz“ sind nach http://www.dasneuenetz.de/workshop2007/ verschoben und hier gelöscht.

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